
Stell dir vor..
jemand sagt: Bali.
Welche Assoziation kommt dir?
Hättest du mich vor zwei Jahren gefragt? Da hätte ich nur verächtlich gelacht und geantwortet: Iced Matcha Latte, Influencer, gestellte Sonnenuntergangsfotos im Herzkorb.
Auf keinen Fall wollte ich Teil dieses Hypes sein.
Und dann auch noch dahin auswandern ? Das machen doch nur die, die weglaufen… oder?
Alles begann mit unserem ersten Kirtan

Ein paar Monate später – Sommer, Vanlife, Freundinnenzeit.
Ich und meine Freundin fuhren mit dem Bus zu einem kleinen Yogafestival am Steinberger See und erlebten unseren ersten Kirtan zusammen – barfuß, singend, weined, tanzend.
Das Zelt begann zu beben- wir mittendrin.
Für uns war schnell klar- die vom Sänger des Kirtans veranstaltete Mantrareise nach Indien im nächsten Jahr, lassen wir uns nicht entgehen 😉
Ich hatte sowieso geplant Asien zu bereisen, also schaufelte ich mir ein halbes Jahr Reisezeit in meinem Kalender frei.
Es geht los

Es war ein kalter, verregneter Januartag, als wir in den Flieger nach Chennai stiegen. Der Abschied fiel mir dementsprechend leicht.
Während mich Indien mit seiner Tiefe, Lautstärke und Farbenpracht beeindruckte – mit all den Gegensätzen, die ganz selbstverständlich nebeneinander existieren, und dieser Reizüberflutung für alle Sinne –
war Sri Lanka das pure Gegenteil: Surferlifestyle, Salz im Haar, Leichtigkeit. Hier habe ich Reisebekanntschaften gemacht, die bis heute noch in meinem Herz& Leben sind.
Das Beste zum Schluss

Das letzte Ziel meiner Reise: Bali.
Bali hat mich anders berührt.
Es wirkt wie eine warme Umarmung. Die Liebe zum Detail, die Serviceorientiertheit, die kurzen Distanzen – alles fühlt sich hier leicht an. Die Schönheit und die femnine Energie der Insel ist spürbar bis in die kleinste Ecke – und lassen mein Nervensystem aufatmen.
Das Leben findet hier draußen statt.
Im Waschsalon wird draußen gewaschen und gebügelt, mit dem Scooter bin ich immer mittendrin und das tägliche Hallo an der Straßenecke gehört längst dazu –
ich liebe das.
Ich hatte die Stadt Ubud bisher als ziemlich touristisch abgespeichert. Doch diesmal entdeckte ich die kleinen Seitenstraßen, das Umland, die üppigen Reisfelder. Überall kleine Tempel, Blumen, Rauch vom Räucherwerk.
Es fühlt sich an, als würde alles hier eine Bedeutung tragen.
Innerer Wandel

Was mich hier besonders fasziniert hat, ist der Alltag.
Dieses einfache, langsame Leben, das trotzdem so voller Bedeutung ist. Das Angebot an Tanzkursen und Yogaklassen fordert meinen Körper auf die richtige Art und Weise.
Ich habe mich selten so kreativ gefühlt – Hier entstanden Ideen für Blogartikel, für mich selbst, manchmal einfach nur, um Gedanken zu sortieren und das nicht aus Druck, sondern aus Inspiration.
Und ich weiß, dass das nicht an Bali selbst liegt.
Es sind die inneren Veränderungen der letzten Jahre, die wachsende Ruhe, das Vertrauen in mich, die es mir überhaupt erst ermöglicht haben, Bali wirklich hereinzulassen.
Zum ersten Mal konnte ich mich hier sehen, nicht nur als Reisende, sondern als jemand, der bleibt. Nicht nur eine kurze Romanze mit einem Ort, sondern eine echte, wachsende Verbindung fast wie eine Beziehung, der ich Zeit geben will, um zu reifen.
Bali für mich heute

Ich habe den Schritt gewagt und bin hierhin ausgewandert.
Natürlich gibt es den Expat-Lifestyle auf Bali und ja, ich genieße meinen Matcha Latte hier manchmal sogar sehr.
Aber wenn ich an Bali denke, sehe ich jetzt etwas anderes, ich schließe die Augen, und vor mir taucht dieses Bild auf:
Ich mache meine kleine Abenspaziergangrunde durch die Reisfelder. Es ist noch warm. Neben mir schlängelt sich ein Bach durch die Landschaft, seine beruhigenden Geräsuche vermischen sich mit denen des Dschungels.
Der Himmel brennt in Rosa und taucht den Moment in Schweigen.
Die kleinen balinesischen Schreine stehen am Rand der Felder, aus dunklem, porösem Stein gebaut, mit winzigen Opfergaben aus Bananenblättern, Reis und bunten Blüten.
Um mich herum Dschungel, Palmen, Reisfelder – alles wechselt ständig, als würde die Landschaft atmen.
Ich denke an Räucherstäbchenduft bei Sonnenaufgang, an die Freundlichkeit und Nahbarkeit der Locals. An Abende, an denen ich mit dem Roller durchs Reisfeld fahre und Glühwürmchen im Dunkeln aufblitzen sehe.
Alles wirkt magisch – überfordernd schön – als würde die Insel mit jedem Atemzug flüstern:
Schau hin. Sei da.
Möchtest du mehr Einblicke in mein Leben hier auf Bali – mit all seinen Licht- und Schattenseiten? Dann folg mir hier auf meinem Blog und komm mit auf die Reise.

